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Wearable-Tipps für Ihr Unternehmen

Tragbare Technologie, die so genannten Wearables, ist nicht so neu, wie wir vielleicht denken.

2004 stellte das Modedesign-Label CuteCircuit beim CyberArt Festival in Bilbao, Spanien, das Bluetooth-verbundene HugShirt vor. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein Kleidungsstück, dass über Entfernungen hinweg Umarmungen verteilen soll. Vier Jahre später kreierte der Designer Ilya Friedman ein Bluetooth-Headset, das wie elegante Ohrringe aussah. 

Aber erst mit der Apple Watch, die im April 2015 auf den Markt gebracht wurde (nicht so lange her, wie es scheint, nicht wahr?), schafften die Wearables wirklich ihren Durchbruch. Aufgrund der großen medialen Begleitung der Produktpräsentation spielte Apple im ersten Quartal einen Umsatz von 1 Mrd. US-Dollar ein. 

In seinem Bericht Wearables Forecast, Worldwide, 2015 rechnete der Branchenanalyst CCS Insight für den Wearables-Markt (der Smartwatches, Fitness-Tracker, Augmented- und Virtual-Reality-Headsets, Wearable-Kameras und mehr umfasst) für das Jahr 2016 mit einem Umsatz von 14 Mrd. US-Dollar und bis zum Jahr 2020 mit einem voraussichtlichen Anstieg auf 34,2 Mrd. US-Dollar. Dies entspricht einer Erhöhung der Anzahl an ausgelieferten Produkten von 84 Millionen im Jahr 2015 auf gut 245 Millionen im Jahr 2019. Das Analystenhaus Market by Market prognostiziert in seinem Bericht Wearable Technology Market by Product , der im Dezember 2015 veröffentlicht wurde, für das Jahr 2020 einen Marktwert von 31,27 Mrd. US-Dollar. Das Schwergewicht der Wearables-Branche würden dabei die Smartwatches bleiben, deren Umsatz für das Jahr 2016 auf 6,3 Mrd. US-Dollar geschätzt wurde.

Die Leistung der Wearables optimal nutzen

Aber welche Rolle spielt der aufstrebende Wearables-Markt für kleine Unternehmen?

„Wie bei jedem zukunftsfähigen Trend ist es auch das Ziel der Wearables, die Produktivität und Effizienz soweit wie möglich zu erhöhen”, erklärt Anita Campbell, CEO bei Small Business Trends, einem Informationsportal speziell für kleine Unternehmen. „Wearables sind das Nonplusultra, wenn es um freihändige Technologien geht. Kleine Unternehmen und ihre Mitarbeiter sind verrückt danach. Denn was kann dich produktiver machen, als beim Durchführen einer Aufgabe beide Hände nutzen zu können? Wenn man kein Telefon oder Tablet mehr in der Hand halten muss, kann alles schneller und einfacher erledigt werden. Wenn man dann noch berücksichtigt, wie Wearables durch die drahtlose Übertragung von Informationen die Datenintelligenz und die Prozesseffizienz erhöhen, ist ihre Beliebtheit wahrlich keine Überraschung. Sie haben das Potential, auf verschiedene Weise zu einer Verbesserung der Kommunikation und Zusammenarbeit, des Kundendienstes und des Alltagsbetriebs beizutragen.”

  • Interne Kommunikation. Es wird immer leichter und günstiger, Einheiten und Wearables zu besorgen, die eine bessere Kommunikation und Zeiterfassung im Team ermöglichen. „Virtual-Reality-Headsets für virtuelle Meetings von Unternehmen wie  Rumii können beispielsweise bei der Zusammenarbeit und bei Teammeetings ganz neue Blickwinkel eröffnen, da sie den Teilnehmenden dabei helfen, Konzepte und Innovationen besser zu visualisieren”, erklärt Amber Osborne, Chief Marketing Officer bei Meshfire, einem Social-Community-Management-Unternehmen aus Seattle.
  • Verbesserung der Kundenerfahrung. Wenn Sie bereits webbasierte und mobile Produkte in Ihrem Portfolio haben, bietet Ihnen dies eine großartige Chance, noch mehr für Ihre Kunden zu tun. Patrick erklärt, dass Verbraucher sich oft auf der Website eines Unternehmens über die Produkte informieren, eine mobile App nutzen, um sich die Preise anzuschauen oder unterwegs weitere Informationen einzuholen, um dann über eine Smartwatch standortbasierte Benachrichtigungen zu erhalten. „Ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das Wearables genutzt hat, um die Erfahrungen seiner Kunden zu verbessern, ist Sickweather ”, so Sarah Patrick, Senior Content Developer und Marketer bei Clutch, einem B2B-Bewertungsunternehmen aus Washington, D.C. Patrick hat sich umfassend mit Wearables befasst und darüber berichtet. „Sickweather erstellt Erkrankungsprognosen und -kartierungen. Hierzu werden die sozialen Netzwerke auf Anzeichen von Krankheiten gescannt, bevor dann die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten an verschiedenen Orten vorhergesagt wird. Das Produkt begann als mobile Plattform und wurde im Juni 2014 auf Wearables ausgeweitet. Mit seiner Wearable-App konnte Sickweather zusätzliche Funktionen bieten, die dabei unterstützen, Krankheiten zu vermeiden, zum Beispiel ein Timer zur Handwäsche.”
  • Stärkung der Markentreue. Wie könnte eine Marke besser beim Verbraucher präsent bleiben, als wenn sie sich direkt am Körper befindet? Patrick nennt als Beispiel eine kanadische Restaurantkette, Pizza Pizza. Die Kette ermöglicht es seinen Kunden nicht nur, vor Ort, online, telefonisch oder über ein Tablet oder Mobilgerät zu bestellen, sondern sie stellt ihnen auch eine Wearables-App mit einem besonderen Extra zur Verfügung: Der Liefer-Countdown verwandelt das Warten auf die Pizza in ein Spiel. Zusätzlich bietet die App den Kunden, die jedes Mal Heißhunger auf das gleiche Gericht haben, ein benutzerspezifisches Schnellmenü. All dies führt zu einer echt guten Zeit, die man bei jeder Bestellung mit dieser Marke verbindet.
  • MARKETING –ganz besonders lokal. In einem ihrer letzten Blogposts setzte sich Jess Butcher, Mitgründerin und CMO des Virtual-Reality-Unternehmens Blippar für wahrhaft lokales, bedarfsorientiertes Marketing ein. „Man kann beobachten, wie Wearables immer stärker auf ausgereifte Bilderkennung zugreifen. Dies wird innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahren zu einem völlig neuen visuellen Browsing-Verhalten führen”, schrieb sie. „Die Träger können sich dann die statische physische Welt um sich herum ,angucken' und sofort mehr herausfinden, zum Beispiel wo sich das nächste Kino befindet, in dem dieser Film gezeigt wird; oder sie können genau diesen Tisch im Restaurant reservieren, die Speisekarte übersetzen, das Unternehmen unter Berücksichtigung ihres aktuellen Standorts auf einer Karte finden usw. Ein derartiger Einsatz ist von Natur aus lokal und bietet kleinen und mittleren Unternehmen riesige Möglichkeiten, sich ihren Kunden im aktuellen Kontext auf eine Art und Weise präsentieren, die für sie sofort relevant ist.” Möchte ein kleines Unternehmen seine Kennzahlen verwalten, benötigt es ein umfassendes Dashboard, das alle nützlichen Informationen zu einer interaktiven Darstellung zusammenführt. Ein einfacherer Zugriff auf diese Kennzahlen über ein anpassbares, benutzerfreundliches Dashboard ist der Schlüssel zum Treffen besserer Unternehmensentscheidungen.

Denkt man größer, könnten dies „Werbedisplays, Verkaufsanzeigen oder andere Werbeaktivitäten im Laden selber sein, die aufgrund der immer größeren Verbreitung der Augmented-Reality- und Wearable-Apps schon bald möglich sein werden”, ergänzt Ryan Stevens, Business Manager bei Clutch. „Meiner Meinung nach sind dafür keine großen Mengen an proprietärer Technologie erforderlich. Die Händler können sich vermutlich zurücklehnen und den Herstellern der Waren die Arbeit überlassen, für eine andere Art der Werbung im Laden zu sorgen. Wenn man sich anschaut, warum Google Glass fehlgeschlagen ist, lag dies zum großen Teil daran, dass keine entsprechenden Technologien oder Infrastrukturen vorhanden waren, um die Nutzung zu fördern oder das Produkt überhaupt im Alltagsleben einsetzen. Augmented-Reality-Apps und -Geräte werden dabei helfen, diese Lücke zu schließen.”

Eine breite Palette an potentiellen Anwendungsbereichen

Bisher haben Sie ein paar allgemeine Bereiche kennengelernt, in denen Wearables nützliche Vorteile bieten werden. Aber auch Unternehmen aus bestimmten Branchen und Vertikalen (z. B. Einzelhandel, Lagerbestand, Gesundheitsweisen –die Seitenleiste 'Healthcare: A Pioneer in Wearables' (Gesundheitswesen: Ein Pionier bei den Wearables) bietet weitere Informationen – und viele mehr) werden davon profitieren.

„In jedem Betrieb mit einem großen Bestands- bzw. Lageraufkommen erhöht das freihändige Scannen mit Wearables beispielsweise sofort die Produktivität”, erklärt Campbell. „Oder denken Sie beispielsweise an ein Unternehmen mit Liefer- oder LKW-Fahrern. Einige der neuen Wearable-Technologien können Informationen wie die Fahrtgeschwindigkeit, den Benzinverbrauch und die Ermüdung des Fahrers überwachen und die Fahrer bei Bedarf darauf hinweisen. Im Einzelhandel hat sich bereits gezeigt, wie Wearables den Bezahlprozess beschleunigen können.”

Die stärkere Verbreitung der Wearable-Technologie bringt nahezu jedem Unternehmen eine Vielzahl an Möglichkeiten. Dabei geht es nicht nur um eine Verbesserung der eigenen Betriebsabläufe. Es bietet ihnen die Chance, Lösungen speziell für eine schnell expandierende Branche zu entwickeln.

Gesundheitswesen: ein Pionier im Bereich Wearables

Man braucht nicht lange zu suchen, um eine Branche zu finden, die als Paradebeispiel für die Fortschritte bei den Wearables agieren kann: Das Gesundheitswesen ist prädestiniert dafür. Während die Fortschritte bei den Wearables hauptsächlich im Bereich der Smartwatches stattgefunden haben, waren es die Gesundheits- und Fitnessanwendungen, die sie vorangetrieben haben.

Patrick, die bereits über den Einsatz bei Clutch gesprochen hat, hat noch auf ein paar weitere Beispiele parat. „HealthTap nutzt die Wearable-Technologie als Grundlage für seine Gesundheitsmanagementplattform”, erzählt sie. „Die Plattform bietet den Benutzer virtuelle Betreuung durch ein Netzwerk von Ärzten. Diese wiederum können die Beschwerden oder Gesundheitsprobleme einer Person unter Berücksichtigung ihrer personenbezogenen Daten, die über Wearables zum Fitness-Tracking gesammelt wurden, beurteilen. Einen anderen Ansatz verfolgt das Unternehmen Ringly , das die Idee des Fitness- und Lifestyle-Trackings vom Handgelenk an den Finger verlagert an. Das Unternehmen bietet Ringe und Armbänder, die stattfindenden Aktivitäten nachverfolgen und Benachrichtigungen weitergeben, die sie von einem Mobilgerät empfangen. Der Werbeslogan: ‘Jewelry, Meet Technology.’ also 'Schmuck, lerne die Technologie kennen.'”

Wie es weiter geht? Mit „weichen” Wearables. „Es gibt bereits verschiedene Unternehmen, die voranpreschen, insbesondere im Gesundheitswesen und Fitnessbereich”, so Campbell. „Sensoria ist ein Startup-Unternehmen, das als Erster Sensoren in Kleidungsstücke wie T-Shirts und Socken integriert hat. Die Aufgabe der Produkte ist es, den Gesundheitszustand des Trägers zu überwachen. Alles funktioniert nahtlos, da es nicht erforderlich ist, ein Messgerät am Handgelenk oder etwas in der Art zu tragen – nur die Sportkleidung, die man auch sonst tragen würde. Gleichzeitig sind die Sensoren näher an dem Teil des Körpers, der überwacht werden soll. So kann die körperliche Leistung genauer und zuverlässiger überwacht werden.

Weshalb das Gesundheitswesen und der Fitnessbereich so hervorragend für Wearables geeignet sind? Weil sich die Produkte in dem Bereich so vielfältig anwenden lassen. „Auch wenn es die primäre Funktion der Fitness-Wearables einst war, sportliche Aktivitäten zu verfolgen, so spielen sie nun schon seit langem eine wichtige Rolle als Lifestyle-Geräte”, erklärt Patrick. „Sie setzen die gesammelten Daten in einen Kontext, der nur für die eine Person, die das Gerät verwendet, gilt. Es kann also potentiell jeder davon profitieren.”